Lärmaktionsplan der VerwG Nürtingen

Inhaltliche Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf inhaltliche Fragen zur Lärmaktionsplanung. Die Liste wird im Laufe der Beteiligungsphase erweitert, wenn Fragen gestellt werden, die für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer relevant sind.



Wie läuft die Lärmaktionsplanung in Nürtingen ab?

Antwort

Als Grundlagenermittlung für die Lärmaktionsplanung wurde eine erweiterte Lärmkartierung der Bestandsituation durchgeführt, bei der alle Hauptverkehrsstraßen mit eine Verkehrsbelastung von mehr als 3 Mio. Kfz pro Jahr und die Schienenstrecke Tübingen – Plochingen berücksichtigt wurden.

Die Ergebnisse dieser Lärmkartierung wurden analysiert und Lärmbereiche (unterteilt in vorrangige Lärmbrennpunkte und nachgeordnete Lärmschwerpunkte) ausgewiesen.

In einem gemeinsamen Workshop mit Vertretern der Gemeinden und der Stadtverwaltung wurden prinzipiell in Frage kommende Lärmminderungsmaßnahmen für die Lärmbereiche diskutiert und für die weitere Untersuchung festgelegt.

Die besprochenen Maßnahmenvorschläge wurden anschließend auf ihre schalltechnische Wirksamkeit hin untersucht und ihre Auswirkungen auf die Betroffenen berechnet. Die Ergebnisse sind in den vorliegenden Lärmaktionsplan-Entwurf eingegangen.

In der nun durchzuführenden Öffentlichkeitsbeteiligung können alle Bürger zu den vorgeschlagenen Maßnahmen und dem Lärmaktionsplan-Entwurf Anregungen vorbringen.

Nach der Beteiligungsphase werden die eingegangenen Anregungen ausgewertet und abgewogen und der Entwurf des Lärmaktionsplanes wird überarbeitet und anschließend im gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Nürtingen beschlossen.



Was ist ein Lärmaktionsplan?

Antwort

In einem Lärmaktionsplan sind bestehende Lärmprobleme dargestellt und Maßnahmen zu deren Minderung aufgeführt.

Der Lärmaktionsplan der Verwaltungsgemeinschaft Nürtingen enthält Maßnahmen und langfristige Strategien zur Reduzierung der bestehenden Lärmbelastung.



Besteht eine Verpflichtung zur Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen?

Antwort

Aus dem Lärmaktionsplan entstehen keine Rechtsansprüche auf Lärmminderungsmaßnahmen und deren Umsetzung. Die im Lärmaktionsplan enthaltenen Maßnahmen sind durch national gültige Vorschriften und in Abstimmung mit den Baulastträgern und den Verkehrsbehörden umzusetzen.



Was sind die Ziele der Umgebungslärmrichtlinie?

Antwort

Mit der Umgebungslärmrichtlinie hat die Europäische Union erstmals Rahmenbedingungen vorgegeben, um bestimmte Lärmquellen zu erfassen (Lärmkartierung), zu bewerten und Minderungsprogramme zu erstellen (Lärmaktionsplanung).

Ziel der Umgebungslärmrichtlinie ist es, einheitliche Kriterien zur Erfassung und Bewertung von Umgebungslärm zu schaffen.

Lärmkartierung und Lärmaktionsplan müssen alle 5 Jahre überprüft und ggf. überarbeitet werden, so dass auch die Entwicklung der Lärmsituation dokumentiert wird.



Wie wird Umgebungslärm ermittelt?

Antwort

Für Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung sind Berechnungsverfahren gesetzlich vorgeschrieben. Mit Hilfe von 3-dimensionalen Stadtmodellen wird die Schallausbreitung von der Quelle zu allen Wohngebäuden und in die Umgebung berechnet. So kann für jedes Gebäude ein spezifischer Schalldruckpegel ermittelt werden.



Warum wird der Umgebungslärm gerechnet und nicht gemessen?

Antwort

Die Umgebungslärmrichtlinie und das Bundesimmissionsschutzgesetz schreiben die Berechnung für die Ermittlung der Lärmeinwirkungen vor.

Berechnungen sind für instationäre Geräusche (wie z. B. Verkehrsgeräusche) aussagekräftiger als Messungen, da Messungen nur für ausgewählte Einzelpunkte durchgeführt werden können und nur die zum Messzeitpunkt vorherrschende Situation abbilden (Verkehrsmenge, Meteorologiesituation, etc.).



Gibt es Grenzwerte in der Umgebungslärmrichtlinie?

Antwort

Nein, in der Umgebungslärmrichtlinie wurden keine Grenzwerte definiert. Im Rahmen der nationalen Umsetzung wurden in den einzelnen Bundeländern unterschiedliche Vorgaben gemacht.

In Baden-Württemberg gibt es keine festgelegten Grenzwerte. Das MVI (Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg) hat eine Empfehlung herausgegeben, an der sich die Verwaltungsgemeinschaft Nürtingen in ihrer Lärmaktionsplanung orientiert.

Demnach sind für die Lärmaktionsplanung alle Bereiche über einem LDEN von 65 dB(A) und einem LNight von 55 dB(A) zu berücksichtigen. Ein vorrangiger Handlungsbedarf sieht das MVI bei überschreiten der Werte LDEN 70 dB(A) und LNight 60 dB(A).



Was ist die Lärmkartierung?

Antwort

Die Lärmkartierung ist die Berechnung und Darstellung der bestehenden Lärmsituation (IST-Situation). Ergebnisse der Lärmkartierung sind grafisch aufbereitete Rasterlärmkarten (Isophonenkarten) und Betroffenheitsstatistiken über die Anzahl der betroffenen Menschen, Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser in definierten Pegelklassen.



Was kann ich tun, um Lärm zu vermeiden?

Antwort

Um Lärm zu vermeiden und nicht vermeidbaren Lärm zu mindern, ist auch das Engagement der BürgerInnen gefragt.

Vor allem Autofahrer können zur Lärmvermeidung beitragen, indem sie Fahrten vermeiden, Fahrgemeinschaften bilden, motorisierte Mobilität so weit wie möglich durch Zu-Fuß-Gehen oder Radfahren ersetzen oder auf den ÖPNV umsteigen.

Ein weiterer Beitrag zur Lärmminderung besteht in der Fahrweise. Um möglichst wenig Lärm durch Autofahrten hervorzurufen, wird empfohlen, langsam und niedertourig zu fahren, frühzeitig zu schalten, wenig zu beschleunigen und im Stau den Motor abzustellen.

Auch durch den Kauf von lärmarmen Reifen – erkennbar am Blauen Engel Symbol – kann jeder Autofahrer zur Lärmminderung beitragen.



Wer ist für Lärmminderungsmaßnahmen an Eisenbahnlinien zuständig?

Antwort

Lärmminderungsmaßnahmen an der Bahnlinie können nur im Einvernehmen mit der Deutschen Bahn (DB) umgesetzt werden.

Von der DB werden Schallschutzmaßnahmen i.d.R. nur im Rahmen des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms durchgeführt. In diesem Programm ist die Zugstrecke durch Oberboihingen und Nürtingen momentan nicht erhalten. Daher sollte davon ausgegangen werden, dass die DB momentan hier keine Maßnahmen durchführt bzw. sich an der Finanzierung nicht beteiligt.

Die Möglichkeiten der Verwaltungsgemeinschaft Nürtingen Maßnahmen an der Schienenstrecke durchzuführen sind sehr beschränkt, da die Stadt nicht über entsprechende Flächen und Finanzmittel verfügt. 



Wo erhalte ich Informationen zum Fluglärm des Stuttgarter Flughafens?

Antwort

Der Lärmaktionsplan für den Flughafen Stuttgart wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart erstellt und ist auf deren Internetseite einsehbar:

http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1338441/index.html